Amusement Machine Show 2011

  • 27.09.2011
  • bennyb

Die #AMS2011 fand parallel zur #TGS2011 in Tokyo statt – allerdings einen Tag kürzer – quasi einen Steinwurf entfernt auf dem Gelände der Makuhari Messe. Während sich die TGS um „Business to Consumer“, kurz B2C, kümmert, wendet sich die AMS eindeutig an die „Business to Business“ Kundschaft und ist damit auch nicht für Endkunden geöffnet, im Gegensatz zu der TGS, welche die letzten beiden Tage auch für die Öffentlichkeit Ihre Pforten geöffnet hat.

Die japanische Spielhallenindustrie ist wesentlich präsenter und manigfaltiger, als die erst ab 18 Jahren zugängliche Spielhallenindustrie in Deutschland. Insgesamt scheint sich die japanische Spielhallenindustrie in folgende Bereiche zu gliedern:

– Glücksspiele, die offiziel keine Glückspiele sind: Packinko und ähnliches
– Arcade-Videospiele: Street Fighter, Tekken, Autorennen, Sportspiele, Weltraumshooter, usw.
– Cardgames: Mit mitgebrachten oder zu erwerbenden Spielekarten werden umfanreiche Onlinebattles geführt
– „Prizes“: Ufocatcher und ähnliches
– Kids: Alles was die „Großen“ haben in klein, plus zusätzliche Fun-Automaten 🙂
– Spielhallen-Equipment: Zubehör für Spielhallenbetrieber

Glückspiele

In Japan spielt man hauptsächlich Pachinko, aber auch digitale Slot-Machines sind im Kommen. Weiterhin sehr beliebt sind Pferde- und Bootsrennen-Wetten, wobei diese, technisch gesehen, fast in die Arcade-Videospiele Sektion einzuordnen wären.
Interessant ist dabei, dass offiziel Glücksspiele verboten sind, weshalb die Spielhallen-Besitzer maximal Gewinnpreise (siehe unten) verteilen dürfen. Für diese widerum besteht ein Schwarzmarkt, weshalb es Gerüchte gibt dass es Pachinko-Spieler gibt die davon leben können. Na ja… 😉

Automaten-Videospiele

Für meist 100 Yen, etwa ein Euro, in den Spielhallen zu spielen, stellen die Arcade Videospiele nach wie vor einen wichtigen Unterhaltungsfaktor für japanischen Teens und Twens dar. Deshalb waren diese auch auf der #AMS2011 groß vertreten, unter anderem mit Tekken Tag Tournament 2 von BandaiNamco und mehreren 3D Spieleautomaten wie Pirates 3D.

Cardgames

Sehr Japan-spezifisch sind die digitalen Cardgames-Automaten, dessen analoge Vertreter beigeistern allerdings auch die Kids hierzulande. In Japan kauft man diese Karten in Geschäften oder direkt in der Spielhalle und kann dann mit bis zu 15 weiteren Personen (Test laufen auch mit 64 verlinken Automatenkonsolen!) um die Vorherrschaft battlen.

Prizes

Japaner lieben Gewinne in Form von Preisen zum mitnehmen. Da offiziel Geld-Gewinne, auch bei Pachinko (siehe oben), verboten sind, hat sich in Japan eine Gewinnpreis-Industrie etabliert, die von einfachen Anhängern (natürlich in Manga-Form;), über Suppen bis hin zu Kissen, Elektrogeräten und sonstigen max. 50x50cm großen Preisen quasi alles anbietet. Sehr beliebt sind neben den Pachinko-Automaten auch die sogenannten Ufo-Catcher, bei welchem man versucht mit einem Roboter-Arm die Preise weitesgehend selbst aus dem Automaten zu fischen.

Kids

Kinderautomaten-Spiele würden wir als eigene Rubrik bezeichnen, da diese, ähnlich wie bei uns die Kinder-Automaten-Fahrzeuge vor den Supermärkten oder auf Jahrmärkten, Kirmes, Dulten und „Oktober“festen eine spezielle Größe und sehr bunte Aufmachung haben. Sehr lustig waren hierbei „Hau-den-Hamster“, ein Zugsimulator für die Kleinen (natürlich in Zugform und natürlich mit Zugdame präsentiert :), Pokémon Puzzle, Trommelspiele, oder auch ein Feuerwehrlösch-Spiel mit kleinen Feuerwehrwagen, bei welchem mit echtem Wasser die Feuerteufel gelöscht werden müssen 🙂

Spielhallen-Equipment
Weiterhin wurde Zubehör für Spielhallenbesitzer wie Münz-Zähler und -Reiniger, Arcade-Buttons, Sticks, sonstige Mikroschalter, Präsentations-Fahnen, Getränkeautomaten und vieles mehr auf der Amusement Machine Show 2011 präsentiert.

Sicherlich hätte die #AMS2011 nicht nur Einkäufern, sondern auch die Endkunden interessiert, dafür wurden aber wohl etwas zu viele brandneue Waren präsentiert, die die breite Masse der Kunden wohl erst in einigen Monaten zu sehen bekommen soll.