Wanted

  • 08.08.2008
  • Benjamin B.

Wanted TeamWesley Gibson (James McAvoy) hat ein Problem. Sein Leben ist langweilig, sein bester Freund betrügt ihn mit seiner Freundin, seine Chefin macht Ihm den Tag zur Hölle weshalb er Anti-Stress-Medikamente nimmt und sein Konto ist laufend leer. Ermattet frägt er sich, ob das bereits sein ganzes Schicksal ist, bis ihm eines Tages im Supermarkt plötzlich die schöne Fox (Angelina Jolie) unter mysteriösen Umständen begegnet und ihm, im wahrsten Sinne des Wortes, den Weg freischießt.

‚Wanted‘ ist die Symbiose eines Comics, gepaart mit der finanziellen Kraft Hollywoods, sowie der Erzähl- und Umsetzungskraft des russischen Ausnahmeregisseurs Timur Bekmambetov, der sich auch für die in Russland äußerst erfolgreichen Filme „Wächter der Nacht – Night Watch“ und „Wächter des Tages – Day Watch“ verantwortlich zeichnete.

Wanted: Regisseur Timur Bekmambetov mit Angelina Jolie während den DreharbeitenWomöglich macht diese Mischung auch die besondere Faszination des Filmes aus. Natürlich ist Wanted ein Hollywood-Action-Spektakel ohne jegliche physikalische Logik, aber im Gegensatz zu vielen anderen Beispielen in der vergangenen Zeit, eines das Spass macht und den Zuschauer durchschüttelt wie Mix aus Achterbahnfahrt, Videospiel und Matrix-Zeitlupen-Sequenzen. Letztere machen in ‚Wanted‘ übrigens genauso viel Spaß, wie damals zum ersten Matrix-Teil und das bedeutet sehr viel, bei der aktuellen Reizüberflutung mit CGI-Animationen in fast jedem zweiten Film.

Wanted PosterAngelina Jolie und Morgan Freeman Fans müssen vor dem Kinobesuch kurz Ihren Kopf freimachen, denn aktuelle Geschehnisse wie die Entbindung von Frau Jolie und der zum Glück gut überstandene Unfall Herrn Morgans, haben in dem Action-Märchen nichts zu suchen – im Gegenteil, denn alles scheint möglich und reparierbar. Es macht Spaß sich dieser Illusion im Film hinzugeben und auf die Frage von Wesley an die Zuschauer, zum Ende des Filmes, eine Antwort zu suchen. Um diese zu erfahren müsst Ihr allerdings in Kino gehen.

Die Geschichte ist natürlich abgehoben und unblutig geht es auch nicht gerade zur Sache – auch dies ist vermutlich dem russischen Regisseur „zu verdanken“ – aber neben Batman in ‚The Dark Knight‚ und ‚Iron Man‘ beweist ‚Wanted‘ eindrucksvoll, dass dieses Jahr Comic-Verfilmungen zu Recht hoch im Kurs stehen und durchaus tiefgründig erzählt werden können. Wer gut unterhalten werden will und über menschliche Kollateral-Schäden in Filmen hinwegsehen kann, der wird bei diesem Film definitiv seinen Spaß haben und voller „Unverwundbarkeits-„Adrenalin den Saal verlassen – passt allerdings anschliessend bei der Überquerung von Straßen auf, denn alles lässt sich doch nicht „reparieren“.

Bewertung 8 von 10.