Nokia E-5 – Mein letztes Nokia….

  • 27.01.2011
  • Benjamin B.

Nokia hat im letzten Jahr das Telefon mit der Bezeichnung ‚Nokia E5‚ bze. auch ‚E5-00‘ herausgebracht und als stetiger Tastatur-Benutzer der Vorgänger E63 und E72, dachte ich eigentlich, dass das E5 nun endlich die moderne Antwort des finnischen Herstellers auf das iPhone wäre, zumindest in Teilen.

Das Telefon war schnell ausgepackt, lobenswert auch der USB-Ladestecker der zusätzlich zum Ladegerät beilag – Apple kassiert ja inzwischen für vieles extra – und auch die Kopfhöhrer machten einen passablen Eindruck, Apple weiß, interessant. Das Gerät selbst ist leider aus sehr viel Plastik und liegt erstaunlicherweise, trotz desselben Gewichtes, etwas klobiger in der Hand als das E71, das ist gewöhnungsbedürftig.

Voller Tatendrang stürzte ich mich nach dem Aufladen auf das für 150 Euro erstaunlich günstig erworbene Gerät um den Vor-Vorgänger E71 endlich in Rente zu schicken. Zuerst versuchte ich die Geräte per Bluetooth Ihren Datenabgleich erledigen zu lassen, vornehmlich Adressensynchronisation, aber als das nicht klappte, gab‘ ich selbstverständlich nicht auf. Also auf die Nokia-Website navigiert um das iSync Update für den Mac herunterzuladen und schwups, schon funktionierte es (nach etwas herumgestolpere, weil die Installation erst einmal nicht funktionierte).

Danach die Klingeltöne in eine simplere Variante gewechselt und Telefonanrufe erledigt. Nummer manuell eingegeben und der Kopfhöhrer war definitiv solider als beim Vorgänger, auch wenn das Mikro unverständlicherweise zu weit von den Ohrstöpsel entfernt ist, aber dafür kann man es ja „dranknöpfen“ an die eigene Kleidung.

Was allerdings bereits beim zweiten Anruf etwas irritierte war die andere Ansicht des Telefonbuches und sogar die Auswahl der Telefonnummern in demselben war geändert worden, aber ok, so ist das halt wenn man „mit der Zeit“ geht.

Dann wollte ich eine Email einrichten. Wow, GMail direkt zur Auswahl, das ist ja cool. Aber was ist das denn? Wieso lädt das Gerät bei der Konfiguration Nutzungsbedingungen, direkt nach der Eingabe des Namens und des Passwortes? Was zum Teufel ist denn ‚Nokia Messaging‘?, dazu möchte ich mich doch gar nicht anmelden und was heißt denn Nokia ‚kann jederzeit mit vorheriger Ankündigung‘ Gebühren dafür verlangen. Gebühren für einen kostenlosen Mailservice von einer anderen Firma? Und wieso wird dazu meine Emailadresse eingesammelt? WTF? Also abgebrochen und siehe da, irgendwo versteckt in den nach wie vor sehr verschachtelten Menüs eine manuelle Konfiguration für Mails mit IMAP-Funktion, das ist was ich suchte und nicht diese vorgeschaltete PR-Sammel-und-Anmelde-Kiste! Eine Unverschämtheit und für einen technisch nicht so sehr visierten Nutzer kaum zu lösen dieses Problem. Da hat Nokia wohl bei Black Berry gespickt und sich das schlechteste Feature herausgepickt.
Und das BCc-Feld wird nicht mehr angezeigt beim versenden, aber keine Sorge, das suche ich ein andern‘ Mal.

Dann auf zum neuen Nokia Appstore, dem sogenannten OviStore. Wieso denn eigentlich OviStore, aber das war beim E71 auch schon nicht besser. Dort soll ich mich zum Download einer App wieder anmelden, dabei hat Nokia ja bereits für das Messaging Daten sammeln wollen, na Mahlzeit, aber ich habe ja bereits einen Account, nur leider nicht zur Hand, da auf dem anderen Gerät gespeichert. Na ja, dann breche ich diesen Prozess also erst einmal ab.

SMS schreiben funktioniert gewohnt perfekt mit der Tastatur, meiner Meinung nach viel besser als mit all diesen Touc-Tastutren der anderen Hersteller, allen voran dem iPhone.

Fotos machen. Qualität ok, aber noch langsamer als beim Vorgänger, was unter anderem den hässlichen Foto-Auslösen-Lautsprecher-Kipser-Ton verzögert erscheinen läßt.

Apropos verzögert, insgesamt reagiert das Handy – vor allem bei mehreren geöffnten Hintergrundprozessen, tendenziel lahm. Mir ist es mehrfach passiert, dass ich einige Sekunden warten mußte – bei der Email-Einrichtung, beim Laden des Adressbuchs (mit ca. 200 Einträgen), beim kopieren von Anhängen in eine Email – bis die eigentliché Aktion ausgeführt wurde, nicht gerade optimal für ein „neues“ Gerät, immerhin hatte ich noch nichts installiert außer die Standardprogramme.

Grauenvoll ist auch das Startmenü, welches sehr unübersichtlich gestaltet und mühselig zu bedienen ist – ein Touchscreen hat hier sicherlich Vorteile.

Das K.O.-Kriterium war dann aber unter anderem die Ausschalttaste, welche auch gleichzeitig die Auflegtaste darstellt. Zweimal passierte es mir dass ich auflegen wollte und da die Tasten, im speziellen diese – sehr leicht zu drücken ist, war ich mir nicht sicher und drückte sicherheitshalber ein paar Mal hintereinander und – ouch! – dann ging das Gerät komplett aus.

Wie kann man denn als angeblich User Interface Spezialist die Auflegtaste mit der Ausschalttaste zusammenlegen? Hat da jemand gepennt bei Nokia und das einfach so durchgewunken?

So sieht es zumindest für mich aus. Ich habe das E5 erworben weil ich kaum Änderungen wollte, nur etwas Facelifting und schnellere Bedienung. Was ich bekam war ein klobigeres Gerät, langsame Programm-Prozesse, verwirrende Adress-Auswahl-Menüs und -Suche, woei einen Auflegknopf der das Gerät herunterfährt um es anschliessend wieder eine knappe Minute lang in den ‚An‘-Zustand zu versetzen. Sorry Nokia, aber nach dem nach nur drei Monaten kaputten Nokia 5230 und diesem Bedienungsreinfall-Handy war das vorläufig ‚My last Nokia‘ und wer weiß vielleicht kaufe ich mir dann mit einem Android Mobiltelefon ‚My First Sony‘, oder lande, wie viele andere Millionen Nutzer auch bei Apple’s CashCow, äh iPhone.

PS: Foto aufgenommen mit der schlechten 3,2MP Kamera des E71, ich dachte ja dass mich das 5 Megapixel Upgrade des E5 glücklicher machen könnte, wäre da nur nicht die dazugehörige Software und das Betriebssystem gewesen….