Swanlake

  • 31.03.2008
  • Benjamin B.

SwanlakeWoran denken Sie, wenn Sie das Wort Schwanensee hören? Selbst diejenigen, die sich gar nicht mit Ballett beschäftigen, haben vermutlich bereits diesen Titel vernommen und verbinden ihn automatisch mit klassischem Tanz. Mit dieser allgemeinen, fast mythischen Bekanntheit spielt die Guangdong Acrobatic Troupe of China, wenn sie Schwanensee auf ihre ganz besondere Art und Weise inszeniert. Das Ergebnis ist eine atemberaubende Akrobatik-Version mit den besten Artisten des Grossen Chinesischen Staatscircus. Erstmals auf Tournee in Europa war die Show Swanlake am 15. und 16.03.2008 in der Olympiahalle nach München.

Den künstlerischen Grundstein für diese Produktion setzte das Pas de Deux „Tanz Spitze auf dem Kopf des Mannes“ der beiden besten Artisten der südchinesischen Provinz Kanton: Wu Zhengdan und Wei Baohua. Wie es dieser Titel bereits ausdrückt, balanciert hierbei die Frau in Spitzenschuhen auf dem Kopf des Mannes. Dabei hebt sie scheinbar mühelos ein Bein und dreht sich grazil um die eigene Achse. Ihr Partner (beruflich wie privat) trägt ihr gesamtes Gewicht auf seinem Kopf, lässt sich die Anstrengung aber ebenfalls nicht anmerken. 2002 haben die beiden beim Internationalen Zirkusfestival von Monte Carlo für diese Leistung den Goldenen Clown, also den Oscar der Zirkuswelt, gewonnen. Für Wu Zhengdan und Wei Baohua ist dies der wichtigste Preis, den sie je erhalten haben. Er belohnt die 16 Jahre harte Arbeit, die in dieser Nummer stecken.

Um diese Szene herum, wurde eine beeindruckende Schwanensee-Welt geschaffen: Über 100 Akrobaten und Tänzer zeigen zu Tschaikowskys Musik eine Mischung aus zarter Poesie und technischer Brillanz. Überwältigende Bühnenbilder, farbenprächtige Requisiten und mehr als 500 Kostüme stellen für das Ensemble nicht nur eine logistische Herausforderung dar. Die Kostüme müssen teilweise innerhalb einer Minute gewechselt sein, was nicht nur den Akrobaten, sondern auch Chen Hua, dem organisatorischen Leiter hinter den Kulissen, den Schweiß auf die Stirn treibt.

Die Chinesen zeigen mit unbeschreiblicher Leichtigkeit das, wofür sie weltberühmt sind: Perfektion. So jonglieren sie beispielsweise fehlerfrei Bälle, während sie auf höchstem Niveau Spitze tanzen. Oder sie beeindrucken als Frösche, wenn sie minutenlang ausschließlich auf den Händen „tanzen“. Jede einzelne Szene verzaubert auf ihre eigene Weise. Sowohl die Jongleure, die 100 Hüte durch die Luft wirbeln, als auch die Stelzengeher, die im Takt der Musik stolzieren.

In den Jahren 1998 bis 2002 hat diese Truppe während ihrer Europatournee allein in Deutschland mehr als 300.000 Besucher begeistert. Nach fünf Jahren sind sie nun zurück in Europa mit Swan Lake, einer der größten Schwanensee-Inszenierungen aller Zeiten.
Das ist kein klassisches Ballett und keine reine Akrobatikshow, sondern die faszinierende Verbindung dieser beiden Künste. Somit ist sie für ein breites Publikum attraktiv: für Ballettliebhaber, Zirkusfans oder auch einfach nur Interessierte und Neugierige. Als Zuschauer erwartet einen ein zweistündiges Fest für die Sinne, das man so schnell nicht vergisst.

Leider ist die Show in kommender Zeit nur noch in Basel, in der Schweiz vorzufinden, aber der Besuch lohnt sich. Wer sich noch verzaubern lassen möchte, der sollte sich möglichst schnell Karten besorgen unter 01805 – 71 61 51 (0,14€/Min. – Mobilfunkpreise können abweichen), an den bekannten Vorverkaufsstellen und im Internet unter www.chinashow.de.

(Redakteurin: Angela Bedekovic)